Vertrauliches Dokument · Führungskräfte & Partner

Das SALESHAX
Leadership
Manifest.

Neun Prinzipien und operative Frameworks für Führungskräfte, die verstanden haben: Ein Unternehmen ist keine Strategie — es ist eine Entscheidung darüber, welche Menschen man in seinen Bus lässt.

Erstellt vonSALESHAX
ZielgruppeFührungskräfte & Partner
Edition2026
Was dich erwartet.
Die Frage ist nicht, wie man seine Mitarbeiter motiviert. Die Frage ist, warum man Mitarbeiter eingestellt hat, die überhaupt motiviert werden müssen.

Irgendwann in der Karriere einer Führungskraft kommt unweigerlich die Frage: "Wie motivierst du eigentlich dein Team?" Die standardisierte Antwort folgt prompt — Incentivstruktur, Vorbildfunktion, Teambonding. Diese Antwort ist nicht falsch. Sie ist lediglich die Antwort auf die falsche Frage.

Jim Collins hat in Good to Great über 1.200 der größten Unternehmen Amerikas über einen Zeitraum von 100 Jahren analysiert und dabei eine unbequeme Wahrheit herausgearbeitet: Die Unternehmen, die sich dauerhaft von der Masse abgesetzt haben, besaßen keine außergewöhnlichen Motivationsprogramme. Sie verfügten über außergewöhnliche Menschen. Und ihre Führungskräfte waren selten die lautesten im Raum — sie waren die beständigsten.

Dieses Manifest dokumentiert, was bei SALESHAX über Leadership in gelebter Praxis gelernt wurde — aus operativer Erfahrung, aus schmerzhaften Fehlentscheidungen und aus den Erkenntnissen jener, die vor uns gebaut haben. Es erhebt keinen Anspruch auf akademische Vollständigkeit. Es ist ein operatives Werkzeug für Entscheider.

Nutze es entsprechend.

— Tareq / SALESHAX, Hamburg 2026
Wo stehst du?

Jim Collins beschreibt fünf Entwicklungsstufen einer Führungskraft. Die Mehrheit verbleibt auf Ebene 2. Der Übergang zu Ebene 5 ist keine Frage des Talents — er ist eine Frage der Grundhaltung.

1
Das fähige Individuum
Erfüllt die eigene Rolle kompetent und verlässlich. Grundvoraussetzung für jede Mitgliedschaft im Team — keine auszeichnungswürdige Leistung, sondern die Eintrittskarte.
Grundlage
2
Das wichtige Teammitglied
Leistet einen Beitrag, der für das Kollektiv spürbar ist. Egoisten performen auf dieser Ebene am stärksten — und bleiben hier stecken. Die gefährlichste Stagnationsfalle.
Stagnationsfalle
3
Der kompetente Manager
Bringt fähige Menschen zusammen, verteilt Verantwortung sinnvoll und erhält bestehende Systeme funktionsfähig. Der Schlüssel zum Aufstieg: Im Erfolg schaut er aus dem Fenster — im Misserfolg in den Spiegel.
Spiegel & Fenster
4
Der visionäre Leader
Setzt nicht nur Systeme in Gang, sondern gibt ihnen eine neue Richtung. Entwickelt Visionen, die das Team über den Status quo hinaustreiben. Hier enden die meisten, die sich für außergewöhnlich halten.
Visionsebene
5
Der Level-5-Leader
Übernimmt Verantwortung, weil das Unternehmen ihn braucht — nicht weil der Titel ihn definiert. Bescheiden nach außen, kompromisslos im Anspruch. In zehn der elf besten Unternehmen Amerikas: zurückhaltend, beständig und nahezu unsichtbar.
Das Ziel
Kernunterschied Level 4 → 5: Der Level-4-Leader strebt die Führungsposition an, weil er sie besetzen möchte. Der Level-5-Leader übernimmt sie, weil er erkennt: Wenn ich diese Verantwortung nicht trage, geht das hier unter — und das ist keine Option.
Regeln, die funktionieren.

Neun operative Prinzipien aus der Praxis. Keine theoretischen Leitlinien — sondern Entscheidungswerkzeuge für den Führungsalltag.

1
Start with Who — then What.
Die Mehrheit der Unternehmer stellt sich zuerst strategische Fragen: Welches Produkt? Welches Marktmodell? Welche Vertriebsstrategie? Das ist die falsche Reihenfolge. Die entscheidende Frage lautet zunächst: Wer sitzt in meinem Bus? Sitzen die richtigen Menschen darin — und befinden sie sich auf dem richtigen Platz? Die strategischen Fragen kommen danach.

Phil Jackson hätte aus einem Team mit Durchschnittsspielern keine Chicago Bulls geformt — nicht weil sein System unzureichend war, sondern weil Michael Jordan, Scottie Pippen und Dennis Rodman die Voraussetzung für dieses System darstellten.
Praxisbeispiel: Anikat stand kurz vor der Kündigung — falsche Position, nicht falsche Person. Nach der Umbesetzung in die Kundenbetreuung: erster sechsstelliger Monat. Das Problem lag nicht im Menschen. Es lag in der Platzzuweisung.
Bewerte Mitarbeiter nicht ausschließlich nach ihrer aktuellen Leistung. Bewerte sie im Kontext ihrer Position.
2
Motivierte Menschen darf man nur nicht demotivieren.
Die entscheidende Führungsfrage lautet nicht: "Wie motiviere ich mein Team?" Sie lautet: "Was habe ich gestern getan, das jemanden demotiviert haben könnte?" Intrinsisch motivierte Mitarbeiter benötigen keine externe Anschubkraft — sie benötigen Freiraum. Wer die richtigen Menschen einstellt, verbringt den größten Teil seiner Führungszeit damit, ihnen nicht im Weg zu stehen.
Praxisbeispiel: Elias — dokumentierte Calldauer auf HubSpot: durchschnittlich 7,5 Stunden täglich. Kein einziger Motivationsdialog wurde geführt. Das gesamte Führungshandeln bestand aus: Füße vom Tisch, Hemd bügeln, Haltung wahren.
Beginne den Arbeitstag mit der Frage: Was habe ich gestern getan, das ein Teammitglied demotiviert haben könnte?
3
Spiegel und Fenster.
Läuft etwas gut, schau aus dem Fenster — weise Erfolge dem Team, den Umständen und dem richtigen Timing zu. Läuft etwas schlecht, schau in den Spiegel — und identifiziere die eigene Verantwortung zuerst. Diese Haltung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist das wirkungsvollste Führungsinstrument, das eine Organisation dauerhaft zusammenhält: Vertrauen, Loyalität und eine echte Kultur der Verantwortung.
Praxisbeispiel: Bill Hewlett, Mitgründer von Hewlett-Packard, auf die Frage nach seinem Erfolgsgeheimnis: "Ich habe zum richtigen Zeitpunkt gegründet, keine Fehlbesetzungen toleriert — und hatte das nötige Glück."
Wenn ein Mitarbeiter nicht performt: Was wurde als Führungskraft falsch gemacht — im Recruiting, in der Incentivierung oder in der Führungsbeziehung?
4
Aufmerksamkeit gehört der Leistung — nicht dem Problem.
Das destruktivste Führungsmuster: Ein Mitarbeiter performt schwach → die Führungskraft reagiert mit Zuwendung → der Mitarbeiter verbessert sich kurzfristig → die Zuwendung endet → der Mitarbeiter wiederholt das schwache Verhalten, um erneut Aufmerksamkeit zu erhalten. Dieses Muster erzeugt ein Flywheel of Doom.

Die operative Konsequenz: Der weit überwiegende Anteil der Führungszeit gehört den Hochleistern. Wer außergewöhnliche Leistung erbringt, erhält außergewöhnlich viel direkte Führungsenergie.
Praxisbeispiel: Alexander — die Mehrheit der Führungsgespräche drehten sich darum, dass er sich nicht zu sehr verausgaben solle. Er stellt die Frage, wann mehr möglich ist. Nicht umgekehrt.
80% der aktiven Führungszeit gehören den Top 20% der Mitarbeiter.
5
Befördere niemals den besten Spieler zum Trainer.
Der stärkste Schachspieler ist häufig der schlechteste Schachlehrer — er vermag nicht nachzuvollziehen, warum andere nicht zwanzig Züge vorausdenken. Der beste Vertriebsmitarbeiter ist fast immer die schwächste Wahl als Vertriebsleiter — nicht weil er versagt, sondern weil er instinktiv handelt und nicht systematisch vermitteln kann. Führungsverantwortung muss aus einer inneren Entscheidung entstehen — nicht als Statussignal.
Praxisbeispiel: Alexander führte im August 2021 sechs Mitarbeiter — mit einem Gruppenertrag von 18.000 €. Die Motivation war der Lifestyle, nicht das Team. Genau dieser Unterschied ist entscheidend.
Führungsbeförderungen erfolgen ausschließlich auf Basis nachgewiesener Führungsmotivation — nicht auf Basis von Einzelperformance.
6
High Performance ist ein Lebenswerk — kein Quartalsergebnis.
Cristiano Ronaldo erzielt heute außergewöhnliche Vergütungen — nicht weil er aktuell außergewöhnlich ist, sondern weil er es unter härtesten Bedingungen über 18 Jahre lang war, bevor ein einziger Payout existierte. Ein einzelner starker Monat ist ohne Wert. Eine konsistente Lebensleistung ist unschlagbar. Die entscheidende Frage bei der Beurteilung von Mitarbeitern und Partnern lautet daher: Ist diese Person bereit, das Spiel langfristig zu spielen?
Praxisbeispiel: Sam Walton besaß nach 25 Unternehmensjahren 33 Filialen. Als reichster Mann der Welt wurde er in Rio de Janeiro verhaftet — er hatte im Urlaub mit einem Zollstock den Grundriss eines lokalen Supermarkts ausgemessen.
Bewerte Mitarbeiter nicht nach kurzfristiger Leistung. Die zentrale Frage lautet: Spielt diese Person das Spiel noch in zehn Jahren?
7
Die Sprache einer Führungskraft formt die Kultur.
Wie über Kunden und Mitarbeiter gesprochen wird, bestimmt, wie das Team über sie denkt. Was das Team denkt, artikuliert es. Was es artikuliert, prägt die Unternehmenskultur. Was die Kultur formt, determiniert das Ergebnis. Der Kunde ist der ranghöchste Auftraggeber jedes Unternehmens — er trägt alle Gehälter, alle Investitionen und die gesamte operative Struktur. Eine Sprache, die das negiert, ist keine Kleinigkeit. Sie ist der Beginn eines Zerfallsprozesses.
Warnung: "Unsere Kunden verstehen das nicht" → Mitarbeiter übernehmen diese Haltung → Gespräche verlieren Substanz → Abschlussquote sinkt → Bestätigung: "Sehen Sie, die Kunden sind das Problem." Das ist das Flywheel — nicht der Kunde.
Beobachte über sieben Tage, wie intern über Kunden und Kollegen gesprochen wird — in offiziellen Meetings und in Hintergrundgesprächen.
8
Installiere Kanäle für ungefilterte Wahrheit.
Je ausgeprägter Charisma, Status und finanzielle Asymmetrie einer Führungskraft, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter ihr die unverfälschte Wahrheit mitteilen. Hierarchien erzeugen Filterprozesse. Menschen kommunizieren das, was sie für erwünscht halten — nicht das, was die Führungskraft tatsächlich hören muss. Ohne aktiv eingerichtete Gegenkanäle trifft eine dominante Führungspersönlichkeit früher oder später Entscheidungen auf der Grundlage von Zustimmung statt Realität.
Praxisbeispiel: "Wenn ich mit einem schlechten Anzug das Büro betrete, sagen alle: 'Das ist aber besonders.' Wenn meine Rede schwach war, heißt es: 'Danke für die motivierenden Worte.' Die eigentliche Meinung erreicht mich nur durch bewusst eingerichtete Kanäle."
Benenne mindestens eine Person im direkten Umfeld, deren explizite Aufgabe es ist, ungeschönte Rückmeldung zu geben — ohne persönliche Konsequenzen zu fürchten.
9
A-Player brauchen keine Kontrolle — sie verlieren sich in ihr.
McDonald's operiert mit extremen Strukturvorgaben, weil das System Menschen kompensieren muss, die keine eigenverantwortliche Entscheidungsfähigkeit mitbringen. Sobald ein Unternehmen C-Player in relevanter Anzahl beschäftigt, wird die Einführung von Kontrolle zwingend notwendig. Diese Kontrolle vertreibt A-Player. Es verbleiben mehr C-Player. Sie erzwingen mehr Kontrolle. Der Kreislauf beschleunigt sich. Die einzige strukturelle Lösung liegt am Anfang des Prozesses: im Recruiting.
Warnung: C-Player → schwache Leistung → mehr Kontrolle → mehr Vorschriften → A-Player verlassen die Organisation → stärkere Dominanz von C-Playern. Dieses Flywheel ist organisational tödlich.
Jede neue interne Vorschrift ist ein Indikator für ein Recruiting-Problem. Löse das Menschen-Problem — nicht das Regelungsproblem.
Die wichtigste Mechanik.

Aufmerksamkeit ist die stärkste nicht-monetäre Ressource, über die eine Führungskraft verfügt. Sie wird entweder als Belohnung oder als Bestrafung wahrgenommen — je nachdem, wem sie wann zuteil wird.

Aufmerksamkeit als Belohnung
Fokus auf den Highperformer
Wer außergewöhnliche Leistung erbringt und dafür die direkte Zuwendung der Führungskraft erhält, entwickelt eine positive Assoziation: Leistung → Anerkennung → Wiederholung. Aufmerksamkeit wird zum Anreiz. Der Mitarbeiter internalisiert, dass Exzellenz Konsequenzen hat — positive Konsequenzen.
Aufmerksamkeit als Bestrafung
Fokus auf den Lowperformer
Wer schwach performt und dafür dauerhaft die Aufmerksamkeit der Führungskraft erhält, entwickelt eine gegenteilige Assoziation: Führungskraft → Korrektur → Unangenehmes. Aufmerksamkeit wird zum Stressauslöser. Der Mitarbeiter beginnt, Führungskontakt zu meiden — mit zwangsläufig sinkender Leistung als Konsequenz.
Das Lehrer-Analogon: Der Mathematiklehrer investiert seine Energie primär in jene Schüler, die nicht mitkommen. Der Sportlehrer hingegen verbringt den Großteil seiner Zeit mit den talentiertesten Athleten. Das Ergebnis: Sportler entwickeln sich systematisch weiter — Mathematik stagniert auf dem Niveau der schwächsten Teilnehmer. Welches Prinzip soll in deiner Organisation gelten?
LEITFRAGE Will ich, dass meine Mitarbeiter die Aufmerksamkeit ihrer Führungskraft als Belohnung oder als Bestrafung wahrnehmen?
Systeme statt Bauchgefühl.

Personalentscheidungen, die situationsabhängig und emotional getroffen werden, sind strukturell unzuverlässig. Die Lösung: Systeme, die den Entscheidungsprozess objektivieren und Führungskräfte von der Last subjektiver Einzelfallentscheidungen entlasten.

Das Kündigungskonto
Jeder Monat, in dem definierte Leistungsziele nicht erreicht werden, führt zu einem Kontoeintrag. Ab einer festgelegten Anzahl aufeinanderfolgender oder kumulierter Einträge wird der Trennungsprozess automatisch eingeleitet — unabhängig von der aktuellen Stimmungslage der Führungskraft oder situativen Umständen. Das System entscheidet. Nicht die Emotion.
Objektiv · Planbar · Konsistent
Das Ampelsystem
Kontinuierliches Drei-Stufen-Monitoring der Mitarbeiterleistung: Grün (Ziele erfüllt, keine Intervention erforderlich), Gelb (Ziele verfehlt, Coaching-Phase eingeleitet, Zeitfenster definiert), Rot (Ziele wiederholt verfehlt, Trennungsprozess wird aktiviert). Jeder Mitarbeiter kennt seinen Status. Keine Überraschungen. Keine willkürlichen Entscheidungen.
Transparent · Nachvollziehbar · Fair
Das Kernprinzip: Wer Personalentscheidungen ausschließlich aus dem Bauchgefühl heraus trifft, entscheidet situationsabhängig — mal streng, mal nachsichtig, immer inkonsistent. Das Team beobachtet diese Inkonsistenz und zieht daraus den Schluss: Konsequenzen sind verhandelbar. Performance Management Systeme nehmen diesen Interpretationsspielraum aus der Gleichung.
Frameworks, die tragen.

Drei operative Grundlagen, die bei SALESHAX ab dem ersten Arbeitstag gelten. Sie sind nicht Empfehlung — sie sind Erwartung.

8 Steps of Success
1
Be positive
2
Be prepared
3
Be on time
4
Full effort
5
Safeguard your attitude
6
Know what you're doing and why you're doing it
7
Work your territory correctly
8
Take control
5 Steps of Conversation
1
Intro
2
Short story
3
Qualification
4
Presentation
5
Close
Das Gesetz der großen Zahlen ist das fundamentalste Konzept im Vertrieb: Wer ein klar definiertes System mit ausreichend hoher Frequenz und gleichbleibender Qualität wiederholt, erzielt statistisch vorhersehbare Ergebnisse. Ergebnisschwankungen sind kurzfristiger Natur — das System gibt über Zeit Recht. Die Konsequenz: Wer frustriert ist, weil ein Gespräch nicht zum Abschluss geführt hat, stellt die falsche Frage. Die richtige Frage lautet: Wurde das System oft genug angewendet?
Fear of Loss
Urgency
Greed
Indifference
Der Jones-Effekt
Diese fünf Impulsfaktoren bilden die psychologische Grundlage jeder Kaufentscheidung. Sie sind keine Manipulationswerkzeuge — sie sind die Sprache, in der Menschen Entscheidungen treffen. Eine Führungskraft, die ihre Mitarbeiter nicht in der Anwendung dieser Faktoren schult, lässt sie in jedem Gespräch mit einem strukturellen Nachteil antreten.
Verbindlichkeit ab Tag eins: Neue Mitarbeiter bei SALESHAX lernen die 8 Steps of Success ab dem ersten Arbeitstag. Spätestens am Mittwoch der Probewoche müssen sie auswendig beherrscht und sicher angewendet werden können. Dies ist keine Empfehlung — es ist die Eintrittsbedingung.
Klarheit oder Chaos.

Regeln ohne Konsequenzen sind Wünsche. Konsequenzen ohne vorher kommunizierte Regeln sind Tyrannei. Eine Führungskraft, die ein gerechtes Unternehmen bauen will, muss beides schaffen: klare Erwartungen und klare Konsequenzen.

Regeln — ohne Konsequenzen =
Wünsche
Wenn auf das Überschreiten einer Grenze keine verlässliche Reaktion folgt, existiert diese Grenze in der Wahrnehmung des Teams faktisch nicht. Mitarbeiter lernen durch Konsequenz — nicht durch Ankündigung. Ein Unternehmen, das nur Regeln kommuniziert, sie aber nicht durchsetzt, erzieht sein Team zur Beliebigkeit.
Konsequenzen — ohne kommunizierte Regeln =
Tyrannei
Wer Mitarbeiter für Verhalten sanktioniert, das nie explizit als unerwünscht definiert wurde, agiert willkürlich. Willkür erzeugt Misstrauen. Misstrauen zerstört Kultur. Das Resultat: A-Player, die Optionen haben, verlassen das Unternehmen. C-Player, die keine haben, bleiben — und arrangieren sich mit der Unklarheit.
Die Führungsfrage: Willst du ein Unternehmen führen, in dem Regeln als unverbindliche Wünsche wahrgenommen werden — oder eines, in dem Mitarbeiter willkürliche Sanktionen fürchten, weil niemand klar kommuniziert hat, was erwartet wird? Beides ist eine Führungsentscheidung. Die Lösung liegt in der Mitte: schriftlich fixierte Erwartungen, konsistent kommunizierte Konsequenzen, verlässliche Durchsetzung.
Doom oder Success?

Jede Führungsentscheidung ist kein einmaliges Ereignis — sie ist der Ausgangspunkt einer sich selbst verstärkenden Kette. Die Frage ist nicht, ob ein Flywheel entsteht. Die Frage ist, in welche Richtung es dreht.

Flywheel of Doom
C-Player eingestellt
Schwache Leistung, sinkender Umsatz
Führungskraft reagiert mit mehr Kontrolle
Zunehmende Vorschriften und Strukturen
A-Player verlassen die Organisation
Noch mehr C-Player werden eingestellt
Wiederholung — mit Beschleunigung
Flywheel of Success
A-Player eingestellt
Starke Leistung, wachsender Umsatz
Überdurchschnittliche Vergütung, Sichtbarkeit
Qualifizierte Bewerber ziehen nach
Einstellungsstandard steigt kontinuierlich
Noch stärkere A-Player werden eingestellt
Wiederholung — mit Beschleunigung
Die operative Kernfrage: Stelle bei jeder Führungsentscheidung die folgende Frage: "Wenn ich diese Handlung dauerhaft und systematisch wiederhole — in welche Richtung entwickelt sich das Unternehmen?"
Hire Slow · Fire Fast · Promote Fastest.

Recruiting ist keine reaktive Maßnahme in Engpasssituationen. Es ist kontinuierliche, strategische Arbeit — vergleichbar dem Erhalt körperlicher Fitness. Wer erst ins Fitnessstudio geht, wenn er außer Form ist, hat bereits verloren.

1
Suche permanent — nicht reaktiv
Wer erst dann rekrutiert, wenn eine Stelle dringend besetzt werden muss, agiert strukturell auf dem Niveau eines Notfallmanagers. Die statistische Realität: 1.000 Interviews → 30 Potentials → 3 Long-Term-Player. Eine kontinuierlich gefüllte Pipeline ist keine Effizienzmaßnahme — sie ist eine strategische Notwendigkeit.
2
Suche aktiv nach Gründen, nicht einzustellen
Das Vorstellungsgespräch ist kein Verkaufsgespräch für das Unternehmen. Es ist eine strukturierte Prüfung. Die Grundhaltung: Was wird nicht kommuniziert? Was klingt unpräzise? Was passt nicht zur Kultur? Wer keine Gründe findet, nicht einzustellen, darf einstellen.
3
Der Pfeifentest
Ist es möglich, mit dieser Person in einer entspannten, informellen Situation Zeit zu verbringen, ohne dass ihr Verhalten störend wirkt? Wer diesen Test nicht besteht, wird auch im Arbeitsalltag störend wirken — über Monate und Jahre.
4
Der 1%-Standard
Jede Einstellung muss in mindestens einem relevanten Bereich über dem Niveau der letzten Einstellung liegen. Das Ziel ist nicht Kontinuität — es ist inkrementelle Qualitätssteigerung. Nicht Paul 2.0. Paul + 1.
5
Fire Fast — strukturell und konsequent
Jede Woche, die eine Fehlbesetzung im Unternehmen verbleibt, ist eine Woche, in der A-Player beobachten, dass Underperformance toleriert wird. Die implizite Botschaft: Standards sind verhandelbar. Dieser Signaleffekt ist teurer als jede Trennungsvereinbarung.
6
Befordere auf Basis von Charakter — nicht Zahlen
Die relevanten Fragen vor einer Beförderungsentscheidung: Arbeitet diese Person verlässlich, auch ohne externe Kontrolle? Ist sie pünktlich und vorbereitet? Verbessert sie sich konsistent auf Rückmeldung hin? Stört sie die eigene Stagnation? Diese Fragen sind aussagekräftiger als jede Monatszahl.
Ehrliche Fragen.

Diese Fragen sind nicht dazu bestimmt, ein positives Selbstbild zu bestätigen. Sie sind dazu bestimmt, blinde Flecken sichtbar zu machen. Beantworte sie alleine, ohne Publikum.

Wenn etwas gut läuft: Ist der erste Gedanke "Was haben wir richtig gemacht" — oder "Wer hat das ermöglicht"?
Wenn jemand nicht performt: Wurde zuerst die eigene Verantwortung als Führungskraft geprüft — bevor die Person beurteilt wurde?
Werden tatsächlich 80% der aktiven Führungszeit mit den stärksten Mitarbeitern verbracht — oder mit jenen, die am meisten Aufmerksamkeit einfordern?
Gibt es eine Person im direkten Umfeld, die ungeschönte Rückmeldung gibt — ohne persönliche Konsequenzen zu fürchten?
Wurde in den vergangenen drei Monaten kontinuierlich rekrutiert — oder ausschließlich dann, wenn eine Stelle besetzt werden musste?
Wie wird intern über Kunden gesprochen? Würde man wollen, dass Mitarbeiter diese Sprache übernehmen?
Erfolgen Beförderungen in Führungsrollen auf Basis nachgewiesener Führungsmotivation — oder auf Basis von Vertriebsperformance?
Wie viele neue Regeln wurden in den vergangenen sechs Monaten eingeführt? Handelt es sich um ein Regelungsproblem — oder um ein Recruiting-Problem?
Existiert ein objektives Performance Management System — oder werden Personalentscheidungen situationsabhängig und emotional getroffen?
Sind alle kommunizierten Regeln im Unternehmen mit klar definierten und verlässlich durchgesetzten Konsequenzen verbunden?
"Wer auf deinem Bus sitzt, ist entscheidender als das Ziel, das du ansteuerst."

Ein Unternehmen ist in seinem Kern ein Zusammenschluss von Menschen, die gemeinsam ein wirtschaftliches Ziel verfolgen. Strategie lässt sich kopieren. Produkte lassen sich imitieren. Die Menschen in einer Organisation können es nicht.

Die Aufgabe einer Führungskraft besteht nicht darin, täglich die Motivation der Belegschaft sicherzustellen. Sie besteht darin, die richtigen Menschen zu gewinnen, die richtigen Menschen zu halten — und sicherzustellen, dass das eigene Führungshandeln sie nicht vertreibt.

Alles andere ist Konsequenz.